RENDSBURG Für viele Menschen ist der Besuch eines Konzerts mit Bachs Weihnachtsoratorium fester Bestandteil der Weihnachtszeit. In diesem Jahr ist das Werk wieder einmal in Rendsburg zu hören. Am Sonntag, dem 13. Dezember (17 Uhr), werden die Kantaten 1 bis 3 des Oratoriums vom Rendsburger Bachchor und der norddeutschen sinfonietta unter Leitung von Christkirchenkantor Roland Möhle im Neuwerker Gotteshaus aufgeführt. , Solistin sind Constanze Berger, Sopran, Anne-Beke Sontag, Alt, Holger Marks, Tenor, und Julian Redlin, Bass. Beteiligt ist auch der Projektchor des Helene-Lange-Gynmasiums.

Die norddeutsche sinfonietta ist ein Kammerorchester, das herausragenden

Nachwuchsinstrumentalisten aus Norddeutschland die Möglichkeit giebet, eng mit erfahrenen Berufsmusikern zusammenzuarbeiten. Ein Schwerpunkt des Orchesters ist die Auseinandersetzung mit der Musik des 20. und 21. Jahrhunderts. Aber auch mit historischer Aufführungspraxis hat sich das Ensemble intensiv beschäftigt.

Der Projektchor wurde 2008 anlässlich der Aufführung von Bernsteins „Mass" gebildet und besteht aus Mitgliedern des Unter- und Mittelstufenchors des Helene -Lange-Gymnasiums.

Die Altpartie singt Anne - Beke Sontag. Sie war schon mit dem Rendsburger Bachchor in Mendelssohns „Elias" zu hören sowie in mehreren Bachkantaten. Sie hat als Stipendiatin der Studienstiftung des Deutschen Volkes in Lübeck Gesang studiert und ist als Konzertsängerin über den norddeutschen Raum hinaus gefragt.

Auch Constanze Berger verbindet eine lange Zusammenarbeit mit Kantor Roland Möhle. Sie hat mit ihm ein Soloprogramm mit Liedern von Brahms, Fauré und Strauss erarbeitet. Mit dem Rendsburger Bachchor hat sie 2008 Werke von Schütz und John Rutters Requiem gesungen.

Der Bassist Julian war in der Christkirche unter anderem mit der Bachkantate „Christ lag in Todesbande& und in Mozarta c-mollMesse zu hören.

Tennor Holger Marks ist erstmals in Rendsburg.zu hören. Neben Engagements in Konzert und Oper sang er mehrfach die Titelfigur in, „Jesus Christ Superstar". Seine besondere Zuneigung gilt Jazz-Standards von Gershwin, Porter und Co.

 


 

 

Kieler Nachrichten 14.12.2009

Tosender Beifall für Weihnachtsoratorium

 

Rendsburg – „Jauchzet, frohlocket!" Das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach gehört nicht nur zu den zentralen Werken der Kirchenmusik, sondern es ist für viele auch ein freudiger Pflichttermin in der Vorweihnachtszeit. An diesem Sonntag kamen rund 600 Menschen in die festlich geschmückte Rendsburger Christkirche, um sich von der Musik auf das Fest einstimmen zu lassen. Die Leitung hatte Kirchenmusiker Roland Möhle.

Der Rendsburger Bachchor, der Projektchor des Helene-Lange-Gymnasiums und die norddeutsche sinfonietta nahmen ihre Plätze im Altarraum ein. Im Hintergrund zwei prächtige Weihnachtsbäume. Ein Meer aus goldenen Kugeln ließ die majestätischen Tannen hell erstrahlen.
So erhaben die Stimmung auf der Bühne, so einfühlsam und ausdruckstark der Gesang der Solisten war, so würdigend, schon fast an Demut grenzend, zollte das Publikum den Künstlern Respekt. Kein Laut war aus den Zuschauerreihen zu hören. So mancher Räusper wurde unterdrückt, um ja das Schaffen der Künstler nicht zu stören. Am Schluss brach sich tosender Applaus Bahn, honorierten viele Besucher die Leistungen mit stehenden Ovationen.

 


 

Rendsburger Tagespost   15.12.2009

"Jauchzet, frohlocket" in

der festlichen Christkirche

 

Bachs Weihnachtsoratorium unter Leitung von Roland Möhle verzaubert die Konzertbesucher

 

RENDSBURG Alle Jahre wieder...leitet das Weihnachsoratorium von Johann Sebastian Bach mit seinem „Jauchzet, frohlocket! Auf preiset die Tage" die feierliche Weihnachtszeit ein. Gefühlt noch etwas früh: Nach einer regenreichen Woche machte sich am Sonntag trockener Frost breit. Es fehlte draußen aber noch der Schnee für die weihnachtliche Atmosphäre. Ganz anders in der festlich mit zwei riesigen Tannen geschmückten Christkirche, mit Adventskranz, Weihnachtsstern und leuchtenden Kerzen auf der Ernporenbrüstung: Hier stimmte man sich schon vor dem Musikgenuss auf die kommende Zeit ein.

 

Gelungene Einstimmung

 

Nach den ersten Paukenschlägen war man sofort „drin": Denn was der Christkirchenmusiker Roland Möhle mit dem Rendsburger Bachchor, dem Projektchor des Helene-Lange-Gymnasiums, der norddeutschen sinfonietta und den Solisten Constanze Berger (Sopran), Anne-Beke-Sontag (Alt), Holger Marks (Tenor) und Julian Redlin (Bass) bot, verkürzte die Zeit des Wartens auf den 24. Dezember gehörig. Es war eine sehr gelungene Einstimmung und Vorbereitung auf die Weihnachtszeit, die vorab den wahren Hintergrund dieses großen Festes in Erinnerung rief.

 

Engagiert und aufmerksam

 

Die Konzertbesucher erlebten eine lebendige Aufführung der ersten drei des insgesamt aus sechs Teilen bestehen den Werks: Nichts zu spüren von einer Routine häufiger Aufführungen. Dieses Weihnachtsoratorium zeichnete sich durch seine beseelte Deutung aus. Wesentlich trugen dazu die jungen Mitglieder der norddeutschen sinfonietta bei, die stimmig, engagiert und aufmerksam spielten.

Damit nicht genug: Auch mit der Auswahl der Solisten traf Roland Möhle ins Schwarze - nur die Sopranstimme erreichte ihre Grenzen. Tief bewegende Solo-Gesänge von Anne-Beke Sontag, Holger Marks und Julian Redlin verdeutlichten und verstärkten die Wirkung der Texte. Dazu der große Bachchor mit weit über 60 Mitwirkenden, teils erweitert durch die jugendlichen Stimmen des Helene-Lange-Projektchors: So entstanden tief bewegende Erlebnisse, die durch Liebe zum Detail und Instrumentalsoli von Trompete, Violoncello, Oboe, Querflöte und Violine weitere Akzente erhielten.

Mit den im aufwendigen Programmheft abgedruckten Texten war es leicht, sich ganz auf das Weihnachtsoratorium einzustellen und sich von der Musik und den Worten einfangen zu lassen. Bemerkenswert die Konzentration auf das musikalische Geschehen: Ein deutliches Spiegelbild des sanglichen, von großer Ruhe und Sicherheit gekennzeichneten Musizierens. Diese Stimmung übertrug sich unmittelbar auf das Publikum, das anderthalb Stunden andächtig und konzentriert lauschte. Die Christkirche gehörte in diesen Momenten allein Bachs Musik.

 

Vom „Jauchzet, frohlocket" bis zum „Herrscher des Himmels" der „der Herzen frohlockendes Preisen" hörte, setzte Roland Möhle vor dem Weihnachtsfest einen deutlichen Höhepunkt in der Adventszeit.

 

Reinhard Frank